/
5 min. Lesezeit

Verfasst am 23. Oktober 2026


Ein zweifarbiges Logo auf 300 Teamshirts. Eine gute Aufgabe für den Siebdruck, sofern Motiv, Stoff und Druckfarbe zusammenpassen. Doch was ist Siebdruck genau, und warum kann das Verfahren für eine größere Serie wirtschaftlicher sein als für wenige Einzelstücke? Entscheidend sind die wiederverwendbare Druckform und der Aufwand für ihre Vorbereitung.
Siebdruck ist ein Schablonendruckverfahren: Eine Rakel, also ein Werkzeug mit elastischer Kante, bewegt Druckfarbe über ein gespanntes Siebgewebe. Die Farbe gelangt durch dessen offene Maschen auf den darunterliegenden Bedruckstoff. Eine Schablone verschließt alle Bereiche, die keine Farbe übertragen sollen.
Der Siebdruckprozess lässt sich in fünf Schritte gliedern:
Diese vereinfachte Siebdruckanleitung erklärt den Ablauf, ersetzt aber keine Produktionsvorgaben für Farbe, Maschine und Material.
Der Siebdruckrahmen trägt das Gewebe und hält es unter Spannung. Dadurch bleibt die Druckform während der Rakelbewegung stabil. Gleichzeitig ermöglicht der Rahmen, das Sieb in der Maschine zu befestigen und zum Artikel auszurichten.
Er erzeugt das Motiv nicht selbst: Dafür ist die Schablone auf dem Gewebe zuständig. Die Gewebespannung beeinflusst jedoch, wie sich das Sieb nach dem Druck vom Material löst und wie gleichmäßig Farbe übertragen wird.
Siebdruck eignet sich für zahlreiche Textilien, aber auch für geeignete Kunststoffe, Glas, Holz und Metall. Die Materialübersicht zeigt dafür unterschiedliche Farbsysteme. Eine universelle Farbe für alle Oberflächen gibt es nicht.
Tipp: Die Tabelle lässt sich seitlich scrollen.
| Material | Möglicher Werbeartikel | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Baumwolle und Mischgewebe | Shirts, Taschen, Pullover | Gewebestruktur, Farbdeckung und Fixierung |
| Polyester | Funktionsbekleidung | Mögliche Farbstoffwanderung und Wärmeempfindlichkeit |
| Jute | Tragetaschen | Grobe Struktur kann feine Details begrenzen |
| Kunststoff, Glas oder Metall | Geeignete Flaschen und Behälter | Haftung, Vorbehandlung und Produktform |
Bei Stoffbeuteln aus Baumwolle lassen sich beispielsweise größere Logos prüfen. Jutebeutel benötigen wegen ihrer häufig gröberen Oberfläche eine angepasste Gestaltung. Entscheidend ist stets das konkrete Modell, nicht allein die Produktkategorie.
Bei dunklen Textilien kann ein weißer Unterdruck notwendig sein, damit die Motivfarben ausreichend decken. Dieser zusätzliche Farbauftrag gehört in die Kalkulation. Für gebogene Gegenstände kommen spezielle Rundsiebdruckmaschinen infrage; nicht jede Form ist dafür geeignet.
Siebdruck ermöglicht deckende Farbflächen und den Einsatz angemischter Sonderfarben. Bei identischen Motiven über eine Serie verteilt sich die Vorbereitung auf viele Artikel. Die richtige Kombination aus Farbe, Material und Fixierung kann zudem belastbare Drucke ergeben.
Dem stehen drei Grenzen gegenüber:
Fotomotive und Verläufe sind über Rasterdruck möglich, also durch viele kleine Druckpunkte. Sie sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen, benötigen aber mehr Abstimmung als ein einfaches Logo.
Für Teamkleidung kann Siebdruck sinnvoll sein, wenn dasselbe Motiv auf mehrere Artikel übertragen werden soll. Diese drei Produktarten bieten unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten:
Siebdruck lohnt sich nicht erst ab einer allgemein gültigen Mindestmenge. Die Wirtschaftlichkeit hängt von Farbanzahl, Motivgröße, Druckpositionen, Material und Einrichtungskosten ab. Ein einfarbiges Motiv kann anders kalkuliert werden als ein mehrfarbiges Logo mit Unterdruck.
Lassen Sie bei kleinen oder mittleren Auflagen einen Vergleich mit Digital- oder Transferdruck erstellen. Vergleichen Sie dabei den Gesamtpreis einschließlich Druckvorbereitung, nicht nur den ausgewiesenen Artikelpreis.
Für ein belastbares Angebot braucht die Druckerei vor allem:
Siebdruck ist besonders dann prüfenswert, wenn ein einheitliches Motiv in Serie umgesetzt werden soll. Werbezeichen unterstützt Sie bei der Auswahl passender Artikel und der Abstimmung von Gestaltung und Veredelung. Senden Sie dafür möglichst konkrete Angaben zu Motiv, Menge und Termin.
Beim Siebdruck wird Farbe mit einer Rakel durch offene Bereiche eines Siebgewebes auf das Material übertragen. Eine Schablone blockiert die übrigen Flächen. Anschließend muss die Farbe passend zum eingesetzten Farbsystem trocknen oder aushärten.
Mit geeigneten Farben lassen sich unter anderem Baumwolle, Mischgewebe, bestimmte Kunststoffe, Glas, Holz und Metall im Siebdruck bedrucken. Ob ein konkreter Artikel geeignet ist, hängt zusätzlich von Beschichtung, Oberflächenstruktur, Form und möglicher Vorbehandlung ab. Eine Materialbezeichnung allein reicht deshalb nicht für die Druckfreigabe.
Der Rahmen hält das Siebgewebe gespannt und ermöglicht seine Befestigung und Ausrichtung in der Druckmaschine. So unterstützt er die Stabilität der Druckform und eine genaue Positionierung des Motivs. Das eigentliche Druckbild wird jedoch durch die offenen und geschlossenen Bereiche der Schablone festgelegt.
Pro einzelnem Druckschritt mit einem Sieb wird im üblichen Werbeartikeldruck eine Farbe übertragen. Mehrfarbige Motive entstehen durch mehrere Siebe und Druckschritte. Eine Mehrfarbenmaschine kann diese Schritte innerhalb eines Maschinenzyklus ausführen. Die mögliche Gesamtzahl der Farben hängt von Maschine, Artikel und Motiv ab.
Für Siebdruck gibt es keine allgemeingültige wirtschaftliche Mindeststückzahl. Mit steigender Auflage verteilen sich die Vorbereitungskosten auf mehr Artikel. Ob das Verfahren günstiger als eine Alternative ist, zeigt aber erst der konkrete Angebotsvergleich mit gleicher Druckfläche, Farbigkeit und Artikelqualität.